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Letzte Aktualisierung: 25.09.2017

2010-Heute

Die zweite Dekade

 

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In die zweite Dekade des neuen Jahrhunderts stieg MARTIN mit einem veritablen Paukenschlag ein: Der Vorstellung und Einführung des Rückschub-Rosts Vario auf der Fachmesse IFAT 2010 in München. Ein Rostsystem, das unseren Kunden maximale Flexibilität bei der Auswahl der Brennstoffe ermöglicht und dennoch ohne Kühlung des Rostbelags auskommt. Höchste Lebensdauer der Rostelemente bei bester Verfügbarkeit und minimalem Verschleiß sind garantiert. Alle bekannten Vorteile des Prinzips des Rückschub-Rosts bleiben darüber hinaus vollständig erhalten. Eine erste Anlage mit diesem Rostsystem läuft seit 2007 im kommerziellen Betrieb in Pozzilli, Italien.

 

In 2011 konnte mit der Erweiterung der Anlage in Roskilde ein wichtiger Auftrag in Dänemark akquiriert werden. Bei diesem und dem in 2010 unterschriebenen Vertrag für die Anlage Brista 2 in Schweden kommt der Rückschub-Rost Vario zum Einsatz. Genauso wie in Pilsen (Tschechien) und in Konin, unserem ersten Auftrag in Polen. 10 Anlagen mit insgesamt 14 Linien sind mit dem Rückschub-Rost Vario in Betrieb oder Bau.

 

Die Auftragslage für unseren Lizenznehmer Sanfeng Covanta in China hat sich sehr positiv entwickelt. In China stehen mehr als 110 Linien mit einem Durchsatz von fast 60.000 t/Tag in den Auftragsbüchern. Ein weiteres Highlight ist der in 2014 erteilte Auftrag für Addis Abeba in Äthiopien, die erste Anlage in Afrika. Die Lizenzvereinbarung wurde Ende 2014 um weitere 10 Jahre verlängert. Anfang 2013 haben wir eine weitere Lizenzvereinbarung in China geschlossen, mit China Everbright.

 

Unser Partner CNIM, mit dem wir in 2011 50 Jahre Partnerschaft feiern konnten, ist u.a. sehr erfolgreich in UK. Für verschiedene Betreiber wurden bisher insgesamt 11 Anlagen akquiriert; alles Gesamtanlagen inklusive Bau, für die wir die Feuerung liefern. Beispielhaft seien die Anlagen Cardiff, Wilton, Beddington und Kemsley genannt. In Schardscha wurde der erste Auftrag in den Emiraten gewonnen, der neben dem Bau der Anlage auch den Betrieb beinhaltet.

 

Covanta Energy hat die erste Anlage in Durham (Kanada) realisiert. Mitsubishi Heavy Industries Environmental & Chemical Engineering liefert die 6. Anlage in Singapur, sowie in Shanghai Laogang mit 8 x 850 t/Tag die größte je in einer Phase gebaute Anlage.

 

2010 wurde die MARTIN Services SAS in Frankreich mit Sitz in Lyon gegründet, um den Service für Anlagen mit unserer Feuerung in Frankreich sicherzustellen. Seit 2011 haben wir in Matzingen (Schweiz) eine Werkstatt für Kesselreparatur aufgebaut, die mittlerweile voll ausgelastet ist. Deshalb wurde Ende 2015 die MARTIN Caldeiras in Portugal gegründet. Wir haben in Caldas da Rainha, ca. eine Autostunde nördlich von Lissabon, eine weitere Werkstatt für Kesselreparatur aufgebaut, mit wesentlich größerer Kapazität als in Matzingen bei deutlich niedrigeren Kosten. In dieser wurde Anfang 2017 die Produktion aufgenommen.

 

2014 haben wir ein Joint Venture in Australien gegründet, Martin biopower Pty Ltd., um den Markt in Australien und Neuseeland zu bearbeiten. Intensive Lobbyarbeit hat zu deutlich gestiegenem Interesse und gesteigerter Akzeptanz der thermischen Abfallbehandlung geführt. Einige erfolgversprechende Projekte sind in der Bearbeitung.

 

Ende März 2015 haben wir mit der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages mit der Firma Thöni Industriebetriebe in Telfs, Österreich, Neuland betreten. Zum einen indem wir die Rechte an einer Technologie übernommen haben. Zum anderen für eine gänzlich andere Technologie, nämlich die der Trockenvergärung, welche für die Behandlung biogener Abfallströme geeignet ist. Dabei werden einspeisefähiges Biomethan und hochwertiger Dünger für die landwirtschaftliche Nutzung erzeugt. Den ersten Auftrag haben wir Anfang 2017 unterzeichnet: in Tornesch, Deutschland, wird eine Vergärungsstufe in eine bestehende Kompostierungsanlage integriert.

 

Der Übergang von der 3. auf die 4. Generation der MARTIN Familie wurde gesellschaftsrechtlich Ende 2015 eingeleitet und Ende September 2016 auch operativ vollzogen. Zu diesem Zeitpunkt hat Johannes J.E. Martin, nach mehr als 35 Jahren im Unternehmen, den wohlverdienten Ruhestand angetreten.

 

Stand: Mai 2017